Entwicklungstraumata überwinden: EMDR bei frühen Verletzungen in Hamburg

Schön, dass du da bist. Wenn dich die Schatten deiner Kindheit bis heute im Alltag einholen, bist du nicht allein. EMDR kann dir helfen, dein Nervensystem sanft zu beruhigen, alte Beziehungsmuster zu lösen und dir die innere Sicherheit zurückzugeben, die du schon so lange verdient hast.

Marisa Reichwald - Heilpraktikerin in Hamburg

Warum klassische Gesprächstherapie bei frühen Traumata oft an Grenzen stößt

Vielleicht kennst du das: Du hast bereits viel an dir gearbeitet, Bücher gelesen oder sogar eine klassische Gesprächstherapie absolviert. Du verstehst deinen Schmerz heute ganz genau. Du weißt rein rational, dass du heute in Sicherheit bist, dass dein Partner dich liebt oder dass dein Chef dich nicht absichtlich übergeht.

Und trotzdem: Sobald ein bestimmter „Knopf“ gedrückt wird, schießt die nackte Panik in dir hoch. Oder du erstarrst innerlich, fühlst dich plötzlich wieder wie das kleine, hilflose Kind von damals und möchtest dich am liebsten unsichtbar machen.

  • Verstehen schützt nicht vor dem Fühlen. Das liegt daran, dass Bindungs- und Entwicklungstraumata in einer Lebensphase entstanden sind, in der dein Gehirn noch gar keine Worte für das Erlebte hatte. Frühe belastende Erfahrungen werden häufig weniger als bewusste Erinnerung erlebt, sondern zeigen sich eher über Körperempfindungen, emotionale Reaktionen und unbewusste Muster.
  • Wenn das Nervensystem auf „Überleben“ schaltet. Bei einem Trigger reagieren viele Menschen automatisch und sehr schnell. Rationales Denken tritt dabei oft in den Hintergrund. Genau deshalb lässt sich ein chronisch überreiztes Nervensystem nicht „herbeireden“ oder rein rational beruhigen.

Hier setzt der körperorientierte Ansatz von EMDR an:

Anstatt nur über die Vergangenheit zu sprechen, findet der „Prozeß“ bei einer EMDR Sitzung durch bilaterale Stimulation, beispielsweise durch gezielte Augenbewegungen und Musik statt. Die bilaterale Stimulation soll die Verarbeitung belastender Erinnerungen unterstützen und wird in der Traumatherapie seit vielen Jahren eingesetzt. EMDR kann dabei unterstützen, belastende Erfahrungen schrittweise zu verarbeiten und die damit verbundenen Stressreaktionen zu reduzieren. Viele Menschen erleben, dass belastende Erinnerungen im Laufe des Prozesses an Intensität verlieren und die Vergangenheit weniger stark in ihren Alltag hineinwirkt.

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Chronischer Stress, Selbstzweifel und Beziehungsängste verstehen

Wenn wir als Kinder nicht die emotionale Sicherheit, Bestätigung oder den Schutz bekommen haben, den wir dringend brauchten, entwickeln wir Überlebensstrategien. Als Kind waren diese Strategien genial und lebensnotwendig. Heute jedoch, im Erwachsenenalter können sie uns oft im Wege stehen – besonders in Beziehungen und im Umgang mit uns selbst.

Aus diesen frühen Anpassungen können sich unbewusste Überzeugungen – sogenannte negative Glaubenssätze – entwickeln, die unsere Wahrnehmung der Welt und von uns selbst beeinflussen.

Das Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein

Vielleicht treibt dich im Alltag ein unermüdlicher Perfektionismus an. Du versuchst, es allen recht zu machen, kannst schwer „Nein“ sagen und arbeitest bis zur Erschöpfung. Dahinter steckt oft ein häufig zugrunde liegender Glaubenssatz wie: ‚Nur wenn ich leiste und funktioniere, bin ich wertvoll.“ Wenn der Blick von außen in der Kindheit gefehlt oder stark an Bedingungen geknüpft war, kann es heute schwerfallen, den eigenen Wert im Inneren zu spüren. Es kann ein anhaltendes Gefühl von Selbstzweifeln entstehen – und die Angst, als ‚Bluff‘ aufzufliegen.

Wenn Nähe gleichzeitig Sehnsucht und Angst auslöst

In Partnerschaften zeigen sich Bindungs- und Entwicklungstraumata besonders schmerzhaft. Häufig entsteht ein quälender Kreislauf aus unbewusster Verlustangst und Bindungsangst:

  • Die Angst vor Ablehnung: Viele Menschen reagieren sehr sensibel auf feine Signale – so kann bereits ein kürzerer Blick oder ein veränderter Tonfall das Gefühl auslösen, gleich verlassen zu werden. Du klammerst oder versuchst, dich maximal anzupassen.
  • Der Rückzug aus Selbstschutz: Wird dir die Nähe zu eng, kann dein System unbewusst Alarm schlagen. Nähe fühlt sich plötzlich gefährlich, einnehmend oder kontrollierend an. Du gehst innerlich auf Distanz, machst dicht oder brichst Konflikte vom Zaun, um wieder „Atmen“ zu können.

Wie EMDR den Umgang mit alten Mustern verändern kann

Mit EMDR betrachten wir diese Beziehungsängste und Glaubenssätze nicht als Fehler in deiner Persönlichkeit, sondern als logische Folgen deiner Biografie. In den Sitzungen spüren wir gemeinsam die prägenden Schlüsselszenen auf, in denen diese Überzeugungen entstanden sind.

Durch die Verarbeitung können sich solche inneren Sätze wie ‚Ich bin nicht wichtig‘ oder ‚Ich bin nicht liebenswert‘ verändern oder an emotionaler Kraft verlieren. Viele Menschen erleben im Prozess, dass sich das Gefühl von damaliger Gefahr im Hier und Jetzt deutlich abschwächt. Ziel kann sein, heute mehr innere Sicherheit zu entwickeln, Grenzen klarer wahrzunehmen und Beziehungen bewusster zu gestalten – ohne die eigene Identität zu verlieren.

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Mit EMDR zu innerer Sicherheit und gesundem Selbstwert

Der Weg aus einem Entwicklungstrauma kann über das Erleben von mehr Sicherheit im eigenen Körper und Fühlen führen. EMDR kann dabei wie ein innerer Prozess wirken, der unterstützt, belastende Erfahrungen zu sortieren und den eigenen Selbstwert nach und nach zu stabilisieren.

Alte Glaubenssätze Schritt für Schritt verändern

Glaubenssätze wie „Ich bin nicht wichtig“, „Ich muss alles alleine schaffen“ oder „Ich bin falsch“ fühlen sich oft an wie unverrückbare Wahrheiten. Solche Glaubenssätze entstehen häufig in Momenten von Ohnmacht oder Isolation in der Kindheit. Dein Gehirn hat diese Sätze tief im emotionalen Gedächtnis verankert, um dich damals zu schützen.

Mit EMDR können diese inneren Wurzeln in den Fokus kommen. Während der bilateralen Stimulation kann sich im Erleben und in der Verarbeitung etwas verändern:

Viele Menschen erleben, dass sich alte Erinnerungen im Prozess neu einordnen und weniger belastend wirken und berichten, dass sich neue, entlastende Sichtweisen entwickeln – zum Beispiel Gedanken wie ‚Es war nicht meine Schuld‘ oder ein freundlicherer Umgang mit sich selbst. Der innere Kritiker kann an Stärke verlieren und es kann sich mehr Selbstmitgefühl entwickeln.

Mehr emotionale Freiheit im heutigen Leben und in Beziehungen

Was passiert, wenn die alten Wunden heilen? Viele Menschen erleben, dass ihr Nervensystem weniger im dauerhaften Überlebensmodus (Kampf, Flucht oder Erstarrung) bleibt. Das verändert deinen Alltag und deine Beziehungen grundlegend:

  • Souverän Grenzen setzen: Es kann  leichter werden, die eigenen Bedürfnisse klarer zu spüren. Du spürst deine eigenen Bedürfnisse wieder klarer. Ein ‚Nein‘ zu anderen kann sich weniger wie ein existenzielles Risiko anfühlen.
  • Beziehungen auf Augenhöhe: Weil die Angst vor plötzlicher Ablehnung nachlässt, erleben viele Menschen, dass sie Nähe wieder eher zulassen und mehr genießen können. Das Bedürfnis, unsichtbar zu sein oder perfekt zu funktionieren, kann sich deutlich reduzieren.
  • Mehr Gelassenheit statt Daueranspannung kann entstehen: Wenn alte Trigger an Intensität verlieren, können emotionale Reaktionen im Alltag weniger intensiv werden. Ein veränderter Tonfall oder ein Konflikt wirft dich nicht mehr ungebremst in die Hilflosigkeit von damals zurück. Viele Menschen erleben mehr Handlungsfähigkeit und ein stärkeres Gefühl von Selbstkontakt.
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Der Ablauf: So sieht eine EMDR-Sitzung bei mir aus

Wenn du an ein Trauma denkst, hast du vielleicht Angst, dass dich die Erinnerungen in der Therapie völlig überschwemmen. Bei einem Entwicklungstrauma ist diese Sorge besonders groß, weil es oft nicht das eine Ereignis gibt, sondern ein diffuses Gefühl von Unbehagen.

Deshalb das Wichtigste vorweg: Du bestimmst das Tempo. Wir gehen nur so weit, wie es dein Nervensystem im Moment zulässt. Ein EMDR-Prozess bei frühen Verletzungen gliedert sich im Wesentlichen in drei Schritte:

1. Sicherheit aufbauen und Ressourcen verankern

Bevor wir an die schmerzhaften Erinnerungen gehen, schaffen wir ein stabiles Fundament. Wir stärken deinen „inneren Erwachsenen“ und finden innere Kraftquellen (Ressourcen). Du kannst Techniken lernen, mit denen du dein Nervensystem im Alltag selbst wieder herunterfahren kannst, wenn du getriggert wirst. Erst wenn du dich absolut sicher fühlst, gehen wir den nächsten Schritt.

2. Das innere Kind begleiten: Den Ursprung im Blick

Gemeinsam schauen wir uns die Muster an, die dich heute belasten. Wir spüren den Faden zurück in deine Kindheit aus der sicheren Position deines heutigen, erwachsenen Ichs. Wir verbinden uns mit diesem verletzten Teil in dir – aber aus der sicheren Position deines heutigen, erwachsenen Ichs. Du bist nicht mehr allein im Schmerz von damals.

3. Die eigentliche EMDR-Verarbeitung (Die bilaterale Stimulation)

Jetzt kommt das Kernstück von EMDR. Du konzentrierst dich auf ein Bild, ein Gefühl oder einen Glaubenssatz aus der Vergangenheit. Gleichzeitig werden durch rechts-links-Reize (bilaterale Stimulation) Prozesse angeregt, die die Verarbeitung der Erinnerung unterstützen können.

  • Was dabei passiert: Viele Modelle gehen davon aus, dass belastende Erinnerungen im Prozess stärker ins Bewusstsein kommen und neu verarbeitet werden können.
  • Wie es sich anfühlt: Die Erinnerung bleibt, aber die emotionale Belastung kann deutlich nachlassen. Viele Menschen erleben, dass sich der alte Schmerz gefühlt weiter entfernt anfühlt und dass sich ein Gefühl von Sicherheit im Hier und Jetzt entwickeln kann.

Dein Weg in ein freieres Leben: Lass uns beginnen

Es erfordert Mut, sich den eigenen frühen Verletzungen zu stellen und die Muster der Kindheit aufzuarbeiten. Allein, dass du bis hierher gelesen hast, zeigt, dass du bereit bist, etwas für dich zu verändern. Und das darfst du auch: Du hast es verdient, dein Leben frei von alten Lasten und ständigen Selbstzweifeln zu gestalten.

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Ich begleite dich Schritt für Schritt, in deinem ganz eigenen Tempo und in einem geschützten, bewertungsfreien Raum hier in Hamburg.

Lass uns unverbindlich Kennenlernen

Buche dir gerne ein kostenloses unverbindliches 15 minütigen Kennlerngespräch mit mir. In dem Gespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und wie ich dich mit EMDR bestmöglich unterstützen kann.

  • Kein Druck, kein Müssen: Du erzählst mir nur das, was sich für dich jetzt gerade gut anfühlt.
  • Der erste Schritt: Buche einfach deinen Termin und dann lernen wir uns kennen.

Ich freue mich darauf, dich und deine Geschichte kennenzulernen.

Häufige Fragen zu EMDR und meiner Praxis

Klienten, die ihre Kindheit aufarbeiten möchten, haben oft viele praktische Fragen. Hier findest du Antworten auf häufige Fragen rund um EMDR und meine Praxis, damit du dir ein erstes Bild machen kannst..

Wie viele EMDR-Sitzungen werde ich brauchen?

  • Die Antwort: Das lässt sich nicht pauschal sagen, da ein Entwicklungstrauma über viele Jahre in der Kindheit entstanden ist. Es ist kein einzelnes „Schockereignis“, das man in drei Stunden löst.
  • Der Ablauf: Der Ablauf beginnt mit einer ausführlichen Kennenlern- und Stabilisierungsphase. Manche Klienten berichten bereits nach wenigen Sitzungen von einer spürbaren Entlastung im Alltag. Für eine tiefgreifende Aufarbeitung der Kindheitsmuster planen wir meistens einen Prozess über mehrere Monate ein. Du bestimmst dabei jederzeit das Tempo und die Tiefe.

Wie lang dauert eine Sitzung und wie oft finden sie statt?

  • Die Antwort: Eine klassische Therapiestunde von 50 Minuten ist für die intensive EMDR-Verarbeitung oft zu kurz.
  • Die Praxis: Für die eigentlichen EMDR-Prozesssitzungen plane ich daher 90 Minuten ein. So haben wir genug Zeit für die EMDR-Arbeit, für eine gute Integration des Prozesses und um die Sitzung in Ruhe abzuschließen. Zu Beginn arbeiten wir meistens im wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Rhythmus. Später können die Abstände größer werden.

Werden die Kosten der Therapie von der Krankenkasse übernommen?

Ich führe eine Privatpraxis. Das bedeutet, dass die Abrechnung in der Regel direkt mit dir als Selbstzahler erfolgt.

Vorteile für dich:

  • Schnelligkeit: Du hast in der Regel deutlich kürzere Wartezeiten und bekommst zeitnah Unterstützung.
  • Anonymität: Die Behandlung erscheint nicht in der Abrechnung deiner gesetzlichen Krankenkasse. (Wichtig z. B. bei anstehenden Verbeamtungen oder dem Wechsel von Zusatzversicherungen.)


Ausnahmen: Wenn du privat versichert bist oder eine Heilpraktiker-Zusatzversicherung hast, übernehmen diese je nach Tarif oft einen Teil der Kosten für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz. Bitte kläre dies vorab direkt mit deiner Versicherung ab.

Kann EMDR mich emotional überwältigen?

  • Die Antwort: Es ist völlig normal, Respekt vor dem Prozess zu haben. Genau deshalb gehen wir sehr behutsam vor.
  • Der Schutz: In der Regel beginnen wir nicht sofort mit der Verarbeitung schmerzhafter Erinnerungen. In der ersten Phase lernst du effektive Distanzierungs- und Stabilisierungstechniken (wie den „Sicheren Ort“) kennen. Du bist während der gesamten Sitzung voll ansprechbar, wach und behältst die volle Kontrolle. Wenn es zu intensiv wird, machen wir sofort eine Pause.

Ist EMDR eine wissenschaftlich anerkannte Methode?

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine psychotherapeutische Methode, die in der Traumatherapie weltweit eingesetzt und wissenschaftlich untersucht wurde.

Sie wird von verschiedenen Fachgesellschaften und internationalen Organisationen im Zusammenhang mit der Behandlung von Traumafolgestörungen empfohlen, unter anderem auch von der World Health Organization für Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).

Die Studienlage zeigt, dass EMDR bei vielen Menschen mit traumabezogenen Belastungen wirksam sein kann. Wie gut die Methode im Einzelfall wirkt, hängt jedoch von der individuellen Situation, der Vorgeschichte und dem gesamten therapeutischen Prozess ab.

EMDR ist damit ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren innerhalb der Psychotherapie – kein „Schnellverfahren“ und keine Garantie für bestimmte Ergebnisse, sondern ein strukturierter Ansatz zur Verarbeitung belastender Erfahrungen.